…kein bisschen leise

Ein Beitrag zum 29. Bühnenjubiläum von Stravaganza

 

Der Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie ist das „Kleine Haus“ im berühmten Ensemble des Architekten Hans Scharoun. Musikfreundinnen und -freunde von nah und fern veranlasste es noch heute ob des Wirkens Herbert von Karajans dazu, den Namen mit einem gewissen ehrfürchtigen Schaudern auszusprechen. Der Saal ist voll bis unter den Hutrand, tausend Plätze, ein gedämpftes Summen von Stimmgemurmel wie in einem Bienenschwarm.

Die Tangoformation YiraYira bringt die Masse mit flott gespielten Tangoklassikern schon mal in Schwung. Beim dritten Stück betritt von rechts ein Mann im Nadelstreifenanzug das kleine Stück Tanzteppich vor der Band, die Haare hat er zurückgegelt. Selbstverliebt und selbstvergessen tanzt er einen Tango mit sich selbst. Eine blonde Frau im hellblauen, weich fliessenden Kleid kommt von links auf ihn zugeschwebt – ein Raunen und erlöstes Seufzen wie nach langer spannungsvoller Wartezeit murmelt sich durch tausend Kehlen im Publikum. Unschlüssig spielt sie mit den Fingern hinter ihrem Rücken, spreizt sie wie ein Huhn, das den nächsten neugierigen Schritt auf den interessant vor ihr sich windenden Wurm plant. Sie umkreisen und bewegen sich schließlich leise lächelnd aufeinander zu, um mit ein bißchen zuviel Schwung und Ernsthaftigkeit dem Geschäft der Gancho- und Boleo-Produktion nachzugehen: Stravaganza.

Ulrike Schladebach und Stephan Wiesner sind Meister der minimalen Abweichung: der technisch hochperfektionierten und artistisch punktgenauen Abweichung von der Strenge des Tangoschrittes und seines damit verknüpften pflichtschuldig zu empfindenden hehren Tangogefühles. Diese winzige und doch bedeutsame Abweichung macht den Unterschied zwischen purer Tanzshow und mimisch-gestischer Interpretation auf.

Stravaganza - Ulrike Schladebach und Stephan Wiesner, Foto: Katja Schrader

Foto: Elke Schrock

Zweifellos, diese beiden dort im Kammermusiksaal tanzen Tango und doch mehr als das: sie tanzen Geschichten über das Leben, über Männer und Frauen, die Liebe und den Schmerz, kurz: sie tragen die Innenwelt der Tanzenden nach außen. Tosender Applaus und Jubelrufe prallen in wohlmodulierten Echos am Ende der Nummer von Wand zu Wand – Stravaganza haben offensichtlich ein echtes Fanpublikum angelockt, das sie sich in einem nunmehr zwanzigjährigen Wirken hart erarbeitet haben.

Seit 1999 füllen sie regelmäßig einmal im Jahr den Kammermusiksaal, kein leichtes Unterfangen, an diesem Abend erlebe ich ihn zum ersten Mal ausverkauft. Und doch nicht weiter ungewöhnlich für die beiden, die Liste ihrer Auftrittsorte und der Lobeshymnen in der Presse ist endlos: sei es im Varieté oder auf Tangofestivals (ein Höhepunkt: Montevideo 1996), als Gäste in diversen Spielfilmen und Dokumentationen über den Tango in den Neunzigern, als Tänzer in einer Schauspielproduktion des Nationaltheaters in Weimar oder in Maria de Buenos Aires an der Kieler Oper (1999) oder Gast-Choreographen der renommierten Deutschen Ballettcompagnie in Mecklemburg-Vorpommern.

Ohne Zweifel, dieses künstlerische Konzept ist aufgegangen und trägt sich selbst. Nicht ohne Kritik in der Tangoszene. Das nicht. Es gehört sich nicht, am geheimnisvoll glorifizierten Image der Tango-Leidenschaft zu kratzen. Gerade das ist es aber, was die beiden für viele wiederum sehr interessant macht.

Ich habe mich im Jahr 2005 für die Zeitschrift Tangodanza mit den beiden auf eine Reise in die Vergangenheit gemacht. Im Gepäck hatten sie eine kompromisslos eigene Tangophilosophie. Bedauerlicherweise kann ich das Gespräch nur auszugsweise wiedergeben, weil es in voller Länge den Rahmen sprengen würde. Es ist bis heute für mich eines der unvergesslichsten Interviews geblieben. Vor allem ihre Fröhlichkeit und Unbeschwertheit im Gespräch war ansteckend und transportierte für mich ganz viel von der Energie, die sie in ihre Auftritte und in ihren Unterricht legen. Nächstes Jahr feiern sie übrigens schon ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum…

Ein Gespräch aus dem Jahr 2005 – aber immer noch zeitlos aktuell aus meiner Sicht.

Ihr habt in diesen 20 Jahren viel gelernt, vor allem auch eure eigenen Manager zu sein. Tänzerisch habt ihr euren Zenit noch lange nicht überschritten, da ist noch jede Menge Lust zur Erneuerung zu sehen. Wo seht ihr euch selbst?

Ulrike: Eigentlich da, wo wir immer standen: zwischen sehr glanzvollen Welten und Zirkuszelten. Mit der Arbeit auf einem einsamen Dachboden – unserem Studio – oder mit 80 Tango-Leuten in irgendeiner Stadt. Wir sind nicht pur „Kammermusiksaal“ oder pur „Zirkuszelt“. Das ist das, was ich an dieser Arbeit sehr liebe.

Ungewöhnlich an euren Performances ist, dass ihr im Grunde nicht nur das Tangopublikum ansprecht, sondern euch auch andere Publikumsschichten erarbeitet habt.

Ulrike: 80% unserer Auftritte sind, würde ich sagen, außerhalb der Tangoszene. Wir müssen ja auch viel im Varieté-Bereich oder auf Galas so zwei-drei Nummern tanzen und dann muss es knallen. Es ist oft ein Milieu, wo der pure Tango gar nicht bestehen kann. Wir müssen immer unterhalten. Wir müssen schon eine Gratwanderung machen, da unser Programm für viele Veranstalter auch wieder zu abgründig ist. Es ist gar nicht so leicht, uns richtig unterzubringen.

Stefan: Es fehlt so ein bisschen die Schublade, in die man uns reinpacken kann. Das hängt natürlich von unserer eigenen Persönlichkeit ab, ohne dass uns dies immer so bewusst wäre.

Im Grunde reflektiert ihr durch eure Art zu tanzen schon den Tango. Könnte man auch sagen, ihr tanzt den „Subtext“ zum Tango?

Stravaganza - Ulrike Schladebach und Stephan Wiesner, Foto: Katja Schrader

Foto: Elke Schrock

Ulrike: Wir tanzen das, was hinter den Kulissen stattfindet, hat mal jemand gesagt. Das finde ich auch. Es ist nicht immer das, was die Leute vom Tango erwarten, das ist ganz klar. Wenn sich jemand mit Gedichten beschäftigt, wird der auch nicht immer nur drauf achten, schöne Reime zu machen, sondern geht auch irgendwann mal weiter. Daran liegt es auch, dass die Leute in der Tangoszene oft perplex sind und sagen, „Wo ist denn mein Tango?“.

Stephan: Ja, viele aus der klassischen Tangoszene sind irritiert, wenn sie bei uns „ihren Tango“ nicht entdecken. Es ist ja immer unheimlich schön, wenn man sehen kann, „Aha, die machen da auf der Bühne was, was auch ich mache oder gerne machen würde.“ Wir stellen das eigentlich eher auf den Kopf.

Ulrike: Wir benutzen ein ganz normales Schrittrepertoire.

Ihr habt einen unglaublich detaillierten Einsatz von Mimik und Gestik, wenn Ulrike hinter ihrem Rücken ihre Hand seltsam abspreizt, ist ja der hermetische Tangozauber schon aufgebrochen. Die Geste ist ein Kommentar.

Ulrike: Ja, das stimmt. Das ist wie im Schauspiel-Bereich, wenn man Körperübungen macht, also eine Bewegung anfängt und die immer wiederholt, und dadurch, dass man sie wiederholt, entsteht für einen selber eine neue Bewegung oder eine neuer Sinn. Wenn Stephan mir statt eines Ganchos 17 Ganchos zwischen die Beine setzt, kriegt es eine andere Bedeutung.

Stephan: Wobei wir’s dann nicht als Übung machen… (grinst)

Ulrike: Nein, das ist dann inszeniert. Und Mann und Frau sind eben nicht nur positiv und leidenschaftlich miteinander, Mann und Frau passen eigentlich nicht zusammen und deswegen entsteht eine Reibung oder Erotik oder auch eine Komik oder was Abgründiges. Das ist auch das, was ich toll finde am Tango, also nicht die glatte Fassade, sondern der Blick dahinter. Das sehe ich bei guten Tänzern übrigens immer. Also ein sehr tiefes Gefühl, welches ganz viele Gesichter haben kann.

Stephan: Leidenschaft hat ja auch eine dunkle Seite. Dieser Mythos um den Tango, was alles so schön und so positiv ist, das ist natürlich ein tolles Bild, aber wenn man abends auf eine Milonga geht, ist die Realität völlig anders. Viele Leute versuchen da was zu leben, was sie als Traum im Kopf haben. Aber die Realitäten, und das merken wir auch oft im Unterricht, sind unglaublich banal.

Ulrike: Ich glaube schon, dass dieses Berührende und dieses Innige und dieser klare Moment der Begegnung, dass dies alles sehr im Tango wohnt. Aber wenn man sagt, nur das darf es sein und das muss es sein, dann kommt man mit den Realitäten des Lebens, auch des Tangolebens irgendwie in die Quere, das passt einfach nicht. Ich hab’ auch ganz tolle Erlebnisse im Tango. Ich glaub, wenn man zum Ziel kommen will, nämlich zur Schönheit des Tanzes, dann muss man diese anderen Wahrheiten, die auch zum Leben gehören, mit einbeziehen, sonst passiert überhaupt nichts, sonst ist es nur Fassade.

Gibt es denn einen gewissen Rhythmus, in dem ihr neue Stücke entwickelt?

Ulrike: Wir müssen oft unter ganz komischen Bedingungen auf irgendeiner Silvesterparty auf rotem Teppich in irgendeiner Ecke eines Restaurants irgendwas abliefern oder auf goldenen Tischen tanzen, die uns hingestellt werden mit dem Argument, „Sie sind doch Profis, machen Sie mal.“ D. h. wir müssen unglaublich flexibel irgendwas daherzaubern und das prägt natürlich.

Stephan: Wir haben natürlich auch diese anderen Auftritte, neben Unterrichtsverpflichtungen, in der klassischen Tangoszene. Das ist dann immer so ein Eintauchen in eine andere Welt. Früher haben wir das eher weniger gemacht, aber es wird jetzt immer mehr. Viele denken, wir treten einfach nur auf.

Ulrike: … oder dass im Unterricht durch die Luft gesprungen wird.

Stravaganza - Ulrike Schladebach und Stephan Wiesner, Foto: Katja Schrader

Stravaganza 2014 – Auf weitere 29 Jahre… Foto: Katja Schrader

Stephan: Das ist natürlich Quatsch. Wir machen das, was für die Leute und auch für uns interessant ist. Nur das können wir auch verkaufen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das, was wir in der Tangoszene machen, ziemlich polarisiert. Es gibt auch Leute, die sind so was von begeistert darüber, die sagen dann immer – endlich mal was anderes. Es gibt natürlich auch die, die sagen, das ist mir zu extrem, das ist nicht mein Ding. Ich glaube schon, dass wir ein bisschen spalten.

Ulrike: Es sind unheimlich viele Philister unterwegs, die sagen, so und so muss der Tango sein und das ist oft sehr kleinkariert. Lebendig sein, heißt für mich auch, übermütig sein, spielen, spielen dürfen, ohne dass jemand mit erhobenem Zeigefinger daneben steht. Tango hat viele Gesichter.

Habt ihr da graduelle Veränderungen in der Szene seit 1985 beobachten können?

Ulrike: Finde ich schon. Oft, wenn ich heute in einen Tangosaal hineinkomme, denke ich, mein Gott, ist hier eine Grabesstimmung, ich wechsle den Beruf.

Stephan: Das ist eigentlich klar, dass sich das verändert hat, weil damals gab’s überhaupt keine Reglementierungen, das war eine absolute Freiheit. Die Leute wussten auch gar nicht, wie’s richtig geht. Selbst die paar Argentinier, die sich hierher verirrten, wussten nicht, wie’s geht. Ich weiß noch, bei meinem allerersten Lehrer, da gab’s keine Base, der wusste auch gar nicht, was eine Base ist. Es spielte auch keine Rolle. Der hat irgendwie was gezeigt, so hin und her und kreuz und quer und wir fanden das alle aufregend, weil man das ja gar nicht gewohnt war zusammen zu tanzen.

Ulrike: Ich finde Chaos auch nicht gut. Es gibt ja inzwischen an jeder Ecke einen selbsternannten Tangolehrer, in irgendwelchen Fitness-Centern kann man Tango lernen. Jeder, der sich irgendwie knuffig fühlt mit dem Tango, denkt, ‚Es wird Zeit, dass ich dieses schöne Gefühl weitergebe‘. Sich auf den Tango einzulassen erfordert Geduld, Ausdauer und Präzision. Man muss trotzdem dabei atmen dürfen und auch seine Lebendigkeit ausdrücken können. Spiel und Form. Die Form ist natürlich enorm wichtig.

Zu den Anfängen zurück: 1985, wann und wie hat es mit Stravaganza begonnen?

Stravaganza - Ulrike Schladebach und Stephan Wiesner, Foto: Katja Schrader

Foto: Katja Schrader

Ulrike: Ich wollte mit meiner Schwester immer Tango lernen und es gab in der Tanzfabrik einen Carlos, der gab da Tangokurse. 1985 bin ich mit ihr hingegangen, da habe ich Stephan kennen gelernt und gleich sind wir aufeinander zugeströmt. (lacht) Durchaus auch mit einer gewissen Feindseligkeit, aber zielstrebig. Wir waren dann auch ein Paar. Ich war sehr verliebt in Stephan. Ich wollte erst vom Tango gar nichts mehr wissen, weil ich merkte, das schadet unserem Paarverhältnis. Dann habe ich aber gesagt, diesen Mann knacke ich nur, wenn ich mit ihm Tango tanze und hab’ mich ganz drauf eingelassen. Ich habe mein Studium beendet – Theaterwissenschaft – und dann kam der Moment, wo wir auf diesem Dachboden weitermachten. Es war erst mal sehr eckig, dort einen Alltag zu beginnen. Wir haben uns später getrennt, aber der Tango blieb.

Wie sieht denn Deine Geschichte aus, Stephan?

Stephan: Ich bin eher durch die Musik dahingekommen. Piazzolla war in Berlin, da kam ich zum ersten Mal mit der argentinischen Tangomusik in Berührung. Es gab auch ein paar Tänzer, die Workshops anboten. Dann bin ich auf diesen Carlos gestoßen. Zu der Zeit war er der einzige, der was angeboten hat. Eines Tages ging die Tür auf und Ulrike kam rein. Ich war schon ein halbes Jahr bei diesem Carlos. Es war dann so intensiv, dass es auf einer Schwelle stand, wo wir uns entscheiden mussten, was machen wir eigentlich damit. Es kamen Leute, die Unterricht haben wollten. Plötzlich hatten wir einen Kurs. Es kamen auch die ersten Anfragen für Auftritte. Dann die erste Reise nach Buenos Aires. Da waren wir sehr lange beim ersten Mal. 1989, drei Monate.

Ulrike: Wir waren zwar ganz frisch, gingen aber gleich zu Antonio Todaro und haben ihm gesagt, „Wir wollen übrigens nur Bühnentango lernen.“ (lacht) Dem war das egal, Hauptsache die Dollars kamen rein. Der war toll, wir haben heute noch Sachen von ihm, die richtig gut sind. Wir haben in Berlin auch mit Brigitte Winkler gearbeitet, sie war eine unserer ersten Lehrerinnen. Sie hat Bühnenprojekte gemacht, das war eine sehr schöne Verbindung, da durften wir gleich Muskeln zeigen. Wir arbeiten auch heute noch mit ihr zusammen.

Die Schlampenästhetik aus den Anfängen – hat sich damals schon so eine Art Grundgerüst etabliert, von dem man sagen kann, es existiert heute noch? So dieses ein kleines bisschen neben dem stehen, was die Argentinier immer ganz streng mit ihrem Tango machen?

Stravaganza - Ulrike Schladebach und Stephan Wiesner, Foto: Katja Schrader

Foto: Katja Schrader

Ulrike: Ja, immer. Wir haben uns ja ganz am Anfang überhaupt nicht an den Argentiniern orientiert. Wir waren der Tango. Es gab auch niemanden außer uns. Natürlich gab’s Leute, aber das waren alles Deutsche, die uns hassten. (lacht) Wir haben uns sehr innovativ gefühlt, auch sehr hip auf ’ne Art. Meine Kostüme sind auch heute noch anders.

Stephan: Das hängt wahrscheinlich auch mit der Tatsache zusammen, dass wir die einzigen waren, die mit diesem speziellen Interesse an den Tango herangetreten sind, nämlich den Tango zu lernen und dann als Mittel zu nehmen, um eigene Geschichten zu erzählen. Es gab keine Möglichkeit, sich zu orientieren. Wir konnten uns nur an uns selbst orientieren.

Ulrike: Wir waren in den ersten Jahren von einer unglaublichen Freiheit geprägt. Freiheit, Übermut, ein ganz großes Selbstbewusstsein. Und dieser Stress, der kam auch. Die anderen, die sagten, „Was Du da aber machst…“ und die Argentinier, die sagten, das wär‘ jetzt aber doch kein Tango…

Welche Rolle haben denn die Kostüme bei der Entwicklung eurer Ästhetik gespielt?

Ulrike: Kostüme haben höchstens auf dem Dachboden eine Rolle gespielt: wir hatten immer unglaubliche Trainingsklamotten an, wenig charmant. Ich tanze immer in Hosen und flachen Schuhen, das prägt meinen Tanz natürlich, er hat dadurch dieses Burschikose und Freche und jetzt habe ich ja auch ein Hosenkostüm –

Stephan: …eigentlich ist es ja umgekehrt, Du BIST burschikos und frech, deswegen trägst Du auch solche Sachen, eine andere Frau würde beim Training ein Kleid tragen.

Ulrike: Ich hab‘ extra für Dich heute ein Kleid angezogen!

Kann man sagen, dass ihr auf der Bühne nicht die Rollen an sich verhandelt, sondern dass ihr die Emotionen zwischen den Geschlechtern verhandelt?

Ulrike: Ja, eher so. Ich finde schon, dass wir über Grenzen gehen, ich hebe auch Stephan, dennoch sind wir sehr Mann und Frau. Ich kann auch mal ’ne lustige Nummer machen, wo ich als Mann auftrete, aber es ist nicht das, was ich in mir spüre oder was mich interessiert.

Stephan: Ich kann für mich sagen, dass ich eigentlich seit 20 Jahren meine Rolle behalten habe. Natürlich haben sich die Bewegungen verändert, aber im Prinzip bin ich dieser Rolle schon ziemlich treu geblieben.

Stravaganza - Ulrike Schladebach und Stephan Wiesner, Foto: Katja Schrader

Foto: Katja Schrader

Habt ihr Visionen?

Ulrike: Ich würde gerne Stücke machen. Das wäre für mich die nächste Station. Sich mit anderen Künstlern zusammen tun und in einem gemeinsamen Geist zu produzieren.

Stephan: Meine Hauptvision ist das, was ich in diesen 20 Jahren erfahren habe: dass wir immer besser tanzten. Das würde ich gerne noch 20 Jahre weiter so erleben. Und einen Trick finden, wie man es als Tänzer schaffen kann, seine Bewegung immer mehr zu verfeinern, seine Kondition zu halten. Das ist wirklich eine ganz große Kunst.

Was wünscht ihr euch?

Stephan: Ich wünsche mir in erster Linie, dass wir uns weiterhin gut bewegen können.

Ulrike: Mit Würde. Das finde ich ganz wichtig.

Am Ostermontag unterrichten Sie einen Workshop im Tangoloft in Berlin und im Mai gibt es weitere Workshops in der Wandelspielhalle in Kreuzberg.

Infos zu aktuellen Kursen, Workshops und Auftritten findet ihr unter: stravaganza.de

Stravaganza auf Facebook….

 

Erstveröffentlichung: Tangodanza No. 2-2005

 

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